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Montag, 15. Januar 2018

Auf ins tiefe Becken!

Sommerferienprogramm rund um das Element Wasser

Schwimm- und Ruder-Ferienangebot für geflüchtete Jugendliche

Schwimmen und Rudern für geflüchtete Kinder und Jugendliche in den Sommerferien – das war das gemeinsame Ziel, welches sich die Rudergesellschaft HANSA e.V. (RGH) und der SVE im Frühjahr gesetzt hatten und nach monatelanger Planung und Organisation erfolgreich auf die Beine stellen konnten. Jeweils zwei Wochen lang lernten und übten die Jugendlichen in den vergangenen Ferienwochen Schwimmen und Rudern und lernten die Stadt buchstäblich aus einer anderen Perspektive kennen.

Als Kooperationspartner kamen die Flüchtlingshilfe Harvestehude e.V. und Herzliches Lokstedt e.V. mit an Bord. Sie vermittelten die insgesamt 14 Teilnehmer im Alter von 11 bis 19 Jahren, organisierten zudem die nötigen Formalitäten und gewährleisteten die Begleitung zum Schwimmbad und zum Ruderclub.

Ziel des Angebots war es, die Jugendlichen auch während der Schulferien nicht alleine zu lassen, sondern Anlässe für gemeinsame Erlebnisse und Erfolge zu schaffen. Und es hat funktioniert. „Das war der schönste Tag, seit ich in Deutschland bin“, sagte Yosouf (12) nach dem ersten Schwimmunterricht in die Kamera des Redakteurs, der ihn bei diesem Projekt für einen Filmbeitrag begleitete. 

In 10 Einheiten an aufeinanderfolgenden Tagen haben die Kinder und Jugendlichen mindestens das Seepferdchen, einige sogar das Bronze-Abzeichen erhalten. „Ohne den fantastischen Einsatz der Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer Katja Prahl, Katharina Ehmke, Franziska Riekhoff, Jan Veit und Leonard Oelze hätten wir dieses Projekt nicht umsetzen können“, lobt SVE-Integrationsbeauftragte und Organisatorin Yumiko Haneda das Trainer-Team. Nach der ersten Woche im SVE-Lehrschwimmbecken wagte sich die Gruppe weiter in das tiefe Becken und zum krönenden Abschluss gab es eine Abschlusseinheit im Stadtparksee unter Echtbedingungen mit Schwimmweste. So konnten alle Teilnehmer schon einmal erfahren, wie es sich anfühlt, in natürlichen, dunklen Gewässern mit Schwimmweste zu schwimmen – eine wichtige Übung, bevor man auf einem wackeligen Ruderboot in See sticht. 

Bestens vorbereitet, hoch motiviert, aber auch mit großem Respekt startete nun der Ruderkurs bei strahlendem Sonnenschein mit zwölf Teilnehmern aus der Schwimmtruppe. Auf den Ergometern der RGH übten die Jungen und Mädchen zunächst den Bewegungsablauf, bevor es im Anschluss auf den großen Steg ging, wo die wackeligen Skiffs (Einerboote) schon auf ihren Einsatz warteten. Ausgerechnet der jüngste Teilnehmer meldete sich ohne zu zögern als erster Freiwilliger und alle anderen beobachteten mit großem Respekt, wie Amir (11) mutig ins Skiff stieg. „Manche haben richtig Talent“, stellte RGH-Jugendwart Björn Budde fest, nachdem alle Teilnehmer, am Seil gehalten, im Skiff gesessen und die ersten Ruderschläge geübt hatten. Am zweiten Tag erkundeten die angehenden Ruderer mit den RGH-Übungsleitern bereits in Vierer-Booten die Alster und die Begeisterung ist den Kindern und Jugendlichen bei ihrer Rückkehr ins Gesicht geschrieben. „Ich bin wirklich stolz zu sehen, wie die Gruppe in den Wochen über sich hinaus gewachsen ist, wie stark die Gemeinschaft unter den Jungen und Mädchen ist und wie vertraut sie nun mit dem Element Wasser umgehen – dies ist angesichts der Fluchtgeschichte einiger Teilnehmer nicht selbstverständlich“, freut sich SVE-Integrationsbeauftragte Haneda. Sogar das Reinigen der Boote war stets ein heiß begehrter Programmpunkt und auch beim Zurücktragen in die Halle fehlte nie eine helfende Hand. 

Für das leibliche Wohl sorgte Christian Stuhlmann von der Nordlichtgastronomie und sponserte das Ruderprojekt nicht nur mit leckeren Lunchpaketen sondern organisierte auch ein gemeinsames Abschlussgrillen für alle Teilnehmer und Trainer – ein wunderbarer Ausklang für vier gemeinsame Woche mit Sport, Spaß, Ausdauer und neuen Erfahrungen. 

Das SVE-Schwimmprojekt wurde über das Bezirksamt Eimsbüttel aus dem Integrationsfond finanziert, das Ruderprojekt der RGH konnte durch Fördergelder über das Projekt Integration durch Sport des Hamburger Sportbunds realisiert werden.       

Übung macht den Meister!

Stolze Teilnehmer und Trainer