TRP und DFB – Fechten in Theorie und Praxis

TRP und DFB – Fechten in Theorie und Praxis Sieben SVE-Mitglieder bestanden die Prüfung.

Es ist eigentlich ganz einfach: Wer Interesse am Fechtsport hat, kommt am Mittwochabend um 18:30 Uhr in die Halle der Schule Furtweg. Nach dem Aufwärmtraining bekommt der Neuling Leihsachen aus Vereinsbestand, der Fortgeschrittene bzw. der erfahrene Fechter hat seine eigenen Sachen dabei und dann wird nach den Regeln gefochten. Und hier beginnt es, kompliziert zu werden, denn es gibt sehr viele Regeln und Vorschriften im Fechtsport. Man stellt sich z. B. nicht einfach auf die Bahn und beginnt mit seinem Gegner ein Gefecht, sondern zunächst führt jeder einen Probestoß aus, um das Funktionieren von Technik (Meldegerät zur Trefferanzeige) und Ausrüstung (Waffe und bei Florett und Säbel die Leitfähigkeit der Elektroweste) zu prüfen. War die Prüfung erfolgreich, stellt sich jeder Fechter an seiner Startlinie auf. Dann folgt das Begrüßungs-Zeremoniell: Man grüßt durch Heben der Waffe den Gegner, dann den Kampfrichter zur einen und die imaginären Zuschauer zur anderen Seite. Erst dann darf man die Maske aufsetzen, nimmt die Fechtstellung ein und erwartet das Kommando des Kampfrichters „Fertig? Los!“ oder, bei internationalen Wettkämpfen „Prêt? Allez!“ Wer hier zu früh startet, bekommt die gelbe Karte (Verwarnung) gezeigt, bei Wiederholung im gleichen Gefecht gibt es die rote Karte (Straftreffer). Es kann sogar bei grobem Fehlverhalten die schwarze Karte geben – das bedeutet Ausschluss vom Turnier.

Für die Fechtkleidung gibt es strenge Vorschriften, die der eigenen Sicherheit der Fechter dienen. Wer sich auf einem Turnier mit anderen messen möchte, sollte Fechtaktionen ausführen und benennen können, damit er die Entscheidungen des Kampfrichters versteht. All diese Regeln und Vorschriften muss man lernen und in einer Prüfung sein Können unter Beweis stellen: die Turnierreifeprüfung, kurz TRP, muss absolvieren, wer auf einem Turnier mitkämpfen möchte. Für die Zulassung zur TRP gilt: nicht jünger als neun Jahre (nach oben keine Altersgrenze), Vorlegen eines Fechtpasses vom Deutschen Fechterbund (DFB), für Minderjährige ein ärztliches Attest zur Sporttauglichkeit und das Vorlegen einer vom Trainer unterschriebenen Bescheinigung, das der Prüfungskandidat bestimmte Fechtaktionen beherrscht.

Mitte November 2019 fand wieder eine TRP in Hamburg statt, dieses Mal in der neuen Dreifeldhalle der Stadtteilschule Horn. 30 „Prüflinge“ traten zum Test in Theorie und Praxis an, darunter sieben Mitglieder unseres Fechtklubs. Nach 2 ½ Stunden durfte gejubelt werden: bestanden!